Frau schläft ruhig im Bett während einer nächtlichen Schlafanalyse zur Bestimmung des AHI

AHI (Apnoe-Hypopnoe-Index): Was die Zahl auf Ihrem Befund wirklich bedeutet


Nach einer Schlaf­ana­ly­se steht er im Bericht als eine der wich­tigs­ten Kenn­zah­len : der AHI. Doch was genau ver­birgt sich dahin­ter, und was sagt die Zahl wirk­lich über den eige­nen Schlaf aus ? Hier fin­den Sie die Defi­ni­ti­on, die Schwe­re­grad-Ein­tei­lung – und war­um der AHI allein nicht die gan­ze Geschich­te erzählt.

Was ist der AHI ?

Der Apnoe-Hypo­p­noe-Index gibt an, wie oft pro Stun­de Schlaf Atem­aus­set­zer (Apnoen) oder Atem­flach­la­gen (Hypo­p­noen) auf­tre­ten. Berech­net wird er, indem die Gesamt­zahl der Apnoen und Hypo­p­noen einer Nacht durch die Gesamt­schlaf­zeit in Stun­den geteilt wird.

Apnoe : Atem­fluss­ab­fall um min­des­tens 90 % für min­des­tens 10 Sekun­den

Hypo­p­noe : Atem­fluss­ab­fall um mehr als 30 % für min­des­tens 10 Sekun­den, kom­bi­niert mit einem Sau­er­stoff­ab­fall von min­des­tens 3 – 4 % oder einer Weck­re­ak­ti­on (Arou­sal)

Sau­er­stoff­ent­sät­ti­gung : Abfall der Sau­er­stoff­sät­ti­gung im Blut um min­des­tens 3 – 4 % gegen­über dem Ausgangswert


Wie wird der AHI eingeteilt ?

Unauf­fäl­lig : AHI unter 5/​h

Leicht­gra­dig : AHI 5 bis unter 15/​h

Mit­tel­gra­dig : AHI 15 – 30/​h

Schwerg­ra­dig : AHI über 30/​h


Was der AHI nicht zeigt :
die Grenzen des Werts

So prak­tisch der AHI als ein­zel­ne Kenn­zahl ist – er hat deut­li­che Schwä­chen. Zwei Per­so­nen mit dem­sel­ben AHI-Wert kön­nen völ­lig unter­schied­lich betrof­fen sein : Der Index erfasst weder, wie lan­ge die ein­zel­nen Atem­aus­set­zer dau­ern, noch wie stark der Sau­er­stoff­ab­fall dabei aus­fällt. Auch die Mess­me­tho­de spielt eine Rol­le – Stu­di­en zei­gen, dass auto­ma­ti­sier­te Aus­wer­tun­gen den AHI teils unter­schät­zen, was in bis zu 47 % der Fäl­le zu einer feh­ler­haf­ten Ein­stu­fung des Schwe­re­grads füh­ren kann. Der AHI soll­te des­halb nie iso­liert betrach­tet wer­den, son­dern immer gemein­sam mit den Sym­pto­men und wei­te­ren Mess­wer­ten ärzt­lich ein­ge­ord­net werden.



Verwandte Messwerte

RDI (Respi­ra­to­ry Dis­tur­ban­ce Index): umfasst zusätz­lich zu Apnoen und Hypo­p­noen auch atem­an­stren­gungs­be­ding­te Weck­re­ak­tio­nen (RERAs) und ist des­halb immer gleich hoch oder höher als der AHI. Er erfasst auch das obstruk­ti­ve Schlaf­apnoe-nahe Atem­wegs­wi­der­stands­syn­drom (UARS), bei dem der AHI unauf­fäl­lig sein kann, obwohl eine aus­ge­präg­te Tages­schläf­rig­keit besteht.

ODI (Oxy­gen Desa­tu­ra­ti­on Index): zählt unab­hän­gig vom AHI, wie oft pro Stun­de die Sau­er­stoff­sät­ti­gung im Blut absinkt, und gilt als eigen­stän­di­ger Risi­ko­fak­tor für Herz-Kreislauf-Folgen.


Warum ist der AHI
trotzdem wichtig ?

Trotz sei­ner Gren­zen bleibt der AHI die zen­tra­le Bezugs­grö­ße in der Pra­xis : Er ent­schei­det über The­ra­pie­emp­feh­lun­gen, die Kos­ten­über­nah­me durch Kran­ken­kas­sen und – bei mit­tel­schwe­rer bis schwe­rer OSA – auch über Auf­la­gen zur Fahr­taug­lich­keit. Wich­tig ist dabei immer die fach­ärzt­li­che Ein­ord­nung im Kon­text der indi­vi­du­el­len Symptome.


Portrait von Dr. Hellmann, Experte für das Mobile Schlaflabor in München

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