Mann sitzt im Bett und nutzt ein modernes CPAP-Therapiegerät, das gut sichtbar auf dem Nachttisch steht.

Schlafapnoe
Symptome erkennen


Haben Sie Schlaf­apnoe Sym­pto­me wie Schnar­chen, Tages­mü­dig­keit, Blut­hoch­druck ? Ler­nen Sie die typi­schen
Sym­pto­me einer unent­deck­ten Schlaf­apnoe ken­nen – und wann eine Dia­gno­se sinn­voll ist.

Was ist Schlafapnoe ?

Schlaf­apnoe gehört zu den häu­figs­ten Schlaf­stö­run­gen über­haupt – und bleibt den­noch bei Mil­lio­nen Men­schen unent­deckt. Der Grund : Die Schlaf­apnoe Sym­pto­me tre­ten meist nachts auf, wer­den vom Betrof­fe­nen selbst nicht wahr­ge­nom­men und am Tag häu­fig als „nor­ma­ler All­tags­stress« abge­tan. Dabei sen­det der Kör­per oft deut­li­che Warn­si­gna­le. Wer die­se recht­zei­tig erkennt, kann lang­fris­ti­ge Schä­den an Herz, Kreis­lauf und Stoff­wech­sel ver­hin­dern. Auf die­ser Sei­te zei­gen wir Ihnen, wel­che Schlaf­apnoe Sym­pto­me typi­scher­wei­se mit einer unbe­han­del­ten Schlaf­apnoe ein­her­ge­hen – und was dahin­ter steckt.


Was passiert bei Schlafapnoe
im Körper ?

Bei der obstruk­ti­ven Schlaf­apnoe erschlafft die Mus­ku­la­tur im Rachen- und Zun­gen­be­reich wäh­rend des Schlafs so stark, dass die Atem­we­ge sich ver­en­gen oder voll­stän­dig blo­ckie­ren. Der Kör­per regis­triert den Sau­er­stoff­man­gel und reagiert mit einer Weck­re­ak­ti­on – oft so kurz, dass der Betrof­fe­ne sie bewusst gar nicht wahr­nimmt. Das kann sich in einer ein­zi­gen Nacht dut­zend- oder sogar hun­dert­fach wiederholen.

Die Fol­ge : Der Schlaf wird stän­dig unter­bro­chen, ohne dass man davon weiß. Der Kör­per kommt nie in die tie­fen, erhol­sa­men Schlaf­pha­sen – und der Stress, den jede Atem­pau­se aus­löst, belas­tet lang­fris­tig Herz, Gefä­ße und Hormonsystem.


Wie viel kostet die Untersuchung 

Die Kos­ten für eine Unter­su­chung durch ein mobi­les Schlaf­la­bor kön­nen je nach Dia­gno­se-Umfang vari­ie­ren, In der Regel bewe­gen wir uns in einem Rah­men von 450 – 660 Euro. Selbst­ver­ständ­lich erhal­ten Sie auf Anfra­ge nach einem per­sön­li­chen Vor­ge­spräch ein indi­vi­du­el­les Ange­bot für Ihre finan­zi­el­le Pla­nung. Für pri­vat­ver­si­cher­te Pati­en­ten gilt in der Regel, dass die Behand­lun­gen von den pri­va­ten Kran­ken­kas­sen zu 100% über­nom­men werden.



Ärztin führt telefonische Beratung in einer Praxis durch und notiert Informationen zu Schlafproblemen eines Patienten.

Die häufigsten Schlafapnoe Symptome sind :

Schlaf­apnoe ist eine schlaf­be­zo­ge­ne Atmungs­stö­rung, bei der es wäh­rend des Schlafs wie­der­holt zu Atem­aus­set­zern kommt. Die­se ent­ste­hen meist durch ein Zusam­men­fal­len der obe­ren Atem­we­ge, indem sich bei­spiels­wei­se das Gau­men­se­gel auf die Luft­röh­re legt. Dadurch wird der Schlaf immer wie­der unter­bro­chen und der Kör­per erhält zeit­wei­se zu wenig Sauerstoff.


Lautes und unregelmäßiges Schnarchen


Das bekann­tes­te Schlaf­apnoe Sym­pto­me ist wohl das Schnar­chen – und wird trotz­dem oft nicht ernst genom­men. Bei Schlaf­apnoe ist das Schnar­chen häu­fig beson­ders laut, unre­gel­mä­ßig und wird von kur­zen Atem­still­stän­den unter­bro­chen. Part­ner oder Part­ne­rin­nen berich­ten oft, dass das Schnar­chen plötz­lich aus­setzt, gefolgt von einem lau­ten Schnau­fen oder Prus­ten. Genau die­se Pau­sen sind die eigent­li­chen Atemaussetzer.

Wich­tig : Nicht jedes Schnar­chen ist Schlaf­apnoe – aber Schnar­chen mit Atem­aus­set­zern ist immer abklärungswürdig.


Nächtliche Atemaussetzer

Atem­aus­set­zer sind das defi­ni­to­ri­sche Merk­mal der Schlaf­apnoe Sym­pto­me. Sie dau­ern min­des­tens zehn Sekun­den, kön­nen aber auch eine Minu­te oder län­ger anhal­ten. Für den Kör­per ist jeder Aus­set­zer ein Stress­ereig­nis : Herz­fre­quenz und Blut­druck stei­gen, der Schlaf wird frag­men­tiert, der Sau­er­stoff­ge­halt im Blut fällt ab. Betrof­fe­ne bemer­ken die­se Aus­set­zer selbst kaum – umso wich­ti­ger ist der Hin­weis durch Lebens­part­ner oder eine dia­gnos­ti­sche Messung.



Ausgeprägte Tagesmüdigkeit und Erschöpfung

Wer nachts durch Atem­aus­set­zer immer wie­der aus dem Tief­schlaf geris­sen wird, kann sich tags­über nicht erho­len – egal, wie vie­le Stun­den er geschla­fen hat. Die Fol­ge ist eine anhal­ten­de, oft erdrü­cken­de Müdig­keit, die sich durch Kaf­fee oder kur­ze Pau­sen nicht behe­ben lässt.

Vie­le Betrof­fe­ne berich­ten, dass sie beim Lesen, Fern­se­hen oder im Auto schnell ein­ni­cken. Die­ser soge­nann­te Sekun­den­schlaf ist nicht nur belas­tend, son­dern im Stra­ßen­ver­kehr lebensgefährlich.


Morgendliche Kopfschmerzen

Ein typi­sches, aber oft über­se­he­nes
Schlaf­apnoe Sym­pto­me : Kopf­schmer­zen direkt nach dem Auf­wa­chen. Sie ent­ste­hen durch den erhöh­ten CO₂-Gehalt im Blut, der sich durch die nächt­li­chen Atem­un­ter­bre­chun­gen auf­baut. Die Kopf­schmer­zen ver­schwin­den meist inner­halb der ers­ten Stun­den nach dem Auf­ste­hen – was dazu führt, dass Betrof­fe­ne sie sel­ten mit dem Schlaf in Ver­bin­dung bringen.


Konzentrations-
störungen

Schlaf ist kei­ne pas­si­ve Ruhe­pha­se – das Gehirn ver­ar­bei­tet in der Nacht Ein­drü­cke, fes­tigt Erin­ne­run­gen und rege­ne­riert sich. Wer dau­er­haft schlecht schläft, merkt das auch kogni­tiv : Kon­zen­tra­ti­on, Reak­ti­ons­ver­mö­gen und Gedächt­nis ver­schlech­tern sich mess­bar. Vie­le Betrof­fe­ne beschrei­ben ein Gefühl von „Gehirn­ne­bel« – Gedan­ken füh­len sich lang­sam und zäh an, Ent­schei­dun­gen fal­len schwerer.

Im Berufs­all­tag kann das zu spür­ba­ren Leis­tungs­ein­brü­chen füh­ren, die fälsch­li­cher­wei­se auf Stress oder Über­ar­bei­tung zurück­ge­führt werden.


Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und depressive Verstimmung

Schlaf­ent­zug – auch wenn er unbe­wusst statt­fin­det – greift direkt in die emo­tio­na­le Regu­la­ti­on ein. Betrof­fe­ne reagie­ren reiz­ba­rer, geduld­lo­ser und emp­find­li­cher als sonst. In aus­ge­präg­ten Fäl­len ent­wi­ckeln sich depres­si­ve Ver­stim­mun­gen oder Angst­zu­stän­de, die nicht auf psy­chi­sche Ursa­chen, son­dern auf den gestör­ten Schlaf zurückgehen.

Stu­di­en zei­gen, dass unbe­han­del­te Schlaf­apnoe das Risi­ko für Depres­sio­nen deut­lich erhöht – und dass eine erfolg­rei­che The­ra­pie häu­fig auch die Stim­mungs­la­ge verbessert.



Bluthochdruck – besonders therapieresistent

Ein weni­ger bekann­ter, aber medi­zi­nisch sehr rele­van­ter Zusam­men­hang : Nächt­li­che Sau­er­stoff­ab­fäl­le akti­vie­ren das sym­pa­thi­sche Ner­ven­sys­tem und zwin­gen das Herz, gegen erhöh­ten Wider­stand zu arbei­ten. Das Ergeb­nis ist ein dau­er­haft erhöh­ter Blut­druck, der sich häu­fig auch mit Medi­ka­men­ten nur schwer ein­stel­len lässt.

Wenn Blut­hoch­druck trotz meh­re­rer Medi­ka­men­te nicht kon­trol­lier­bar ist, wird heu­te rou­ti­ne­mä­ßig nach einer Schlaf­apnoe gesucht. Denn ohne Behand­lung der eigent­li­chen Ursa­che bleibt auch die Blut­druck­the­ra­pie wirkungslos..


Herzrhythmus-
störungen

Die wie­der­hol­ten Stress­ereig­nis­se jeder Nacht belas­ten das Reiz­lei­tungs­sys­tem des Her­zens. Schlaf­apnoe gilt als unab­hän­gi­ger Risi­ko­fak­tor für Vor­hof­flim­mern – eine der häu­figs­ten Herz­rhyth­mus­stö­run­gen. Betrof­fe­ne spü­ren gele­gent­lich Herz­stol­pern, Herz­ra­sen oder ein unre­gel­mä­ßi­ges Herz­klop­fen, ohne einen offen­sicht­li­chen Aus­lö­ser zu kennen.


Häufiges nächtliches Aufwachen oder Toilettengänge

Vie­le Betrof­fe­ne wachen nachts mehr­fach auf, ohne zu wis­sen war­um. Oft wird die­ses Auf­wa­chen als „leich­ter Schlaf« oder „Unru­he« inter­pre­tiert. Auch häu­fi­ge Toi­let­ten­gän­ge in der Nacht – medi­zi­nisch Nyk­tu­rie genannt – ste­hen in Zusam­men­hang mit Schlaf­apnoe : Der Kör­per schüt­tet bei Atem­aus­set­zern bestimm­te Hor­mo­ne aus, die die Urin­pro­duk­ti­on anregen.


Verringerte Libido und Errektions-störungen

Anhal­ten­der Schlaf­man­gel und sin­ken­de Sau­er­stoff­sät­ti­gung beein­flus­sen den Hor­mon­spie­gel – beson­ders den Tes­to­ste­ron­spie­gel. Betrof­fe­ne Män­ner berich­ten häu­fig über erek­ti­le Dys­funk­ti­on, Frau­en über ver­min­der­te sexu­el­le Lust. Die­se
Schlaf­apnoe Sym­pto­me wer­den sel­ten mit dem Schlaf in Ver­bin­dung gebracht, obwohl Schlaf­apnoe eine häu­fig über­se­he­ne Ursa­che darstellt.



Frau schläft unruhig. Zeigt Schlafapnoe Symptome.

1. Übergewicht

Über­schüs­si­ges Fett­ge­we­be lagert sich nicht nur an Bauch und Hüf­te ab – auch im Bereich des Hal­ses und Rachens führt es zu einer Ein­engung der Atem­we­ge. Je enger der Durch­mes­ser, des­to leich­ter kol­la­biert die Atem­wegs­mus­ku­la­tur im Schlaf. Stu­di­en zei­gen, dass bereits eine mode­ra­te Gewichts­re­duk­ti­on die Schwe­re der Schlaf­apnoe deut­lich ver­rin­gern kann. Gleich­zei­tig gilt : Auch nor­mal­ge­wich­ti­ge Men­schen kön­nen betrof­fen sein – Gewicht ist ein Risi­ko­fak­tor, aber kei­ne Voraussetzung.


2. Männliches Geschlecht

Män­ner erkran­ken etwa dop­pelt so häu­fig an Schlaf­apnoe wie Frau­en. Der Grund liegt unter ande­rem in der unter­schied­li­chen Fett­ver­tei­lung und der Ana­to­mie der obe­ren Atem­we­ge : Män­ner nei­gen stär­ker zur Fett­ein­la­ge­rung im Hals­be­reich und haben eine län­ge­re, wei­che­re Rachen­wand. Hin­zu kommt, dass Tes­to­ste­ron die Mus­kel­ent­span­nung im Schlaf beein­flusst. Trotz­dem soll­ten Frau­en das The­ma nicht ver­nach­läs­si­gen – beson­ders nach den Wech­sel­jah­ren steigt ihr Risi­ko deut­lich an.


3. Alter ab 40 und Frauen in oder nach
der Menopause

Mit zuneh­men­dem Alter ver­liert die Mus­ku­la­tur im gesam­ten Kör­per an Span­nung – das gilt auch für die Struk­tu­ren im Rachen- und Gau­men­be­reich. Die Atem­we­ge wer­den dadurch im Schlaf anfäl­li­ger für Kol­laps. Gleich­zei­tig ver­än­dern sich Schla­f­ar­chi­tek­tur und Hor­mon­haus­halt, was die Schlaf­qua­li­tät zusätz­lich beein­träch­tigt. Das Risi­ko für Schlaf­apnoe steigt ab dem 40. Lebens­jahr kon­ti­nu­ier­lich – und gera­de bei älte­ren Pati­en­ten bleibt die Erkran­kung beson­ders häu­fig uner­kannt, weil Sym­pto­me wie Müdig­keit als „nor­mal für das Alter« abge­tan werden.



4. Anatomische Besonderheiten

Man­che Men­schen brin­gen durch ihre kör­per­li­che Anla­ge enge­re Atem­we­ge mit – unab­hän­gig von Gewicht oder Alter. Ein kur­zes, zurück­ver­setz­tes Kinn, eine ver­grö­ßer­te Zun­ge, ein lan­ger wei­cher Gau­men oder ein schma­ler Nasen­ra­chen­raum kön­nen die Atem­we­ge bereits im Ruhe­zu­stand ein­engen. Im Schlaf, wenn die Mus­kel­span­nung nach­lässt, genügt die­se ana­to­mi­sche Enge, um Atem­aus­set­zer aus­zu­lö­sen. Auch ver­grö­ßer­te Man­deln – häu­fig bei Kin­dern, aber auch bei Erwach­se­nen – gel­ten als bekann­ter Auslöser.


5. Alkohol- und Nikotinkonsum

Alko­hol wirkt mus­kel­ent­span­nend – und das gilt beson­ders für die Rachen­mus­ku­la­tur. Wer abends trinkt, erhöht dadurch das Risi­ko für Atem­aus­set­zer deut­lich, selbst wenn kei­ne Schlaf­apnoe vor­liegt. Bei bereits bestehen­der Erkran­kung ver­schlech­tert Alko­hol die Sym­pto­me erheb­lich. Niko­tin hin­ge­gen reizt die Schleim­häu­te in Nase und Rachen und för­dert Ent­zün­dun­gen, die zu einer Schwel­lung der Atem­we­ge füh­ren. Rau­cher haben ein signi­fi­kant höhe­res Risi­ko, an Schlaf­apnoe zu erkran­ken als Nichtraucher.


6. Familiäre Vorbelastung

Schlaf­apnoe hat eine gene­ti­sche Kom­po­nen­te. Wer Eltern oder Geschwis­ter mit dia­gnos­ti­zier­ter Schlaf­apnoe hat, trägt ein erhöh­tes Risi­ko – sowohl durch ver­erb­te ana­to­mi­sche Merk­ma­le der Atem­we­ge als auch durch gene­tisch beein­fluss­te Regu­la­ti­ons­me­cha­nis­men der Atem­mus­ku­la­tur. Auch Über­ge­wicht und bestimm­te Schä­del­for­men, die das Risi­ko erhö­hen, wer­den fami­li­är wei­ter­ge­ge­ben. Eine fami­liä­re Häu­fung soll­te daher immer als erns­tes Signal gewer­tet und aktiv abge­klärt werden.



Schlafapnoe-Messgerät auf dem Nachttisch neben einem Bett für die nächtliche Schlafdiagnostik zu Hause

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