Mann sitzt im Bett und nutzt ein modernes CPAP-Therapiegerät, das gut sichtbar auf dem Nachttisch steht.

Was ist Insomnie : Ursachen, Symptome und Therapie im Überblick


Insom­nie ist die häu­figs­te Schlaf­stö­rung über­haupt : Bis zu 10 % der Men­schen in Deutsch­land lei­den unter einer chro­ni­schen Form mit spür­ba­rer Beein­träch­ti­gung im All­tag. Die gute Nach­richt : Insom­nie ist gut behan­del­bar – mit der rich­ti­gen The­ra­pie, nicht zwin­gend mit Tabletten.

Definition und Kriterien

Insom­nie bezeich­net Ein- und/​oder Durch­schlaf­stö­run­gen, die min­des­tens 3‑mal pro Woche über min­des­tens 3 Mona­te auf­tre­ten und zu einer spür­ba­ren Beein­träch­ti­gung am Tag füh­ren (Erschöp­fung, Kon­zen­tra­ti­ons­pro­ble­me, gedrück­te Stimmung).


Formen der Insomnie

Ein­schlaf­in­som­nie : Schwie­rig­kei­ten beim Ein­schla­fen (län­ger als 30 Minu­ten) Durch­schlaf­in­som­nie : häu­fi­ges nächt­li­ches Auf­wa­chen mit Mühe, wie­der ein­zu­schla­fen Ter­mi­na­les Frü­herwa­chen : Auf­wa­chen deut­lich vor der gewünsch­ten Zeit, ohne wie­der ein­zu­schla­fen Aku­te Insom­nie : meist stress­be­dingt, klingt oft von selbst wie­der ab Chro­ni­sche Insom­nie : besteht über Mona­te und benö­tigt geziel­te Behandlung


Wie äußert sich Insomnie ? Typische Symptome

Nachts : lan­ges Wach­lie­gen, häu­fi­ges Auf­wa­chen, zu frü­hes Erwa­chen. Tags­über : Erschöp­fung, Reiz­bar­keit, Kon­zen­tra­ti­ons- und Gedächt­nis­pro­ble­me, gedrück­te Stim­mung, erhöh­te Feh­ler­an­fäl­lig­keit. Vie­le Betrof­fe­ne ent­wi­ckeln zusätz­lich eine Angst vor dem Nicht-schla­fen-Kön­nen, die das Pro­blem selbst ver­stärkt – ein Teu­fels­kreis aus Sor­ge und Wachheit.



Welche Ursachen hat Insomnie ?

Psy­chi­sche Belas­tung : Stress, Grü­beln, Depres­si­on, Angst­stö­run­gen Kör­per­li­che Ursa­chen : Schmer­zen, ande­re Erkran­kun­gen, Neben­wir­kun­gen von Medi­ka­men­ten Ver­hal­tens­be­dingt : unre­gel­mä­ßi­ge Schlaf­zei­ten, Bild­schirm­zeit, Koffein/​Alkohol am Abend, aus­ge­dehn­te Tag­schläf­chen Umge­bung : Lärm, Licht, aber auch das Schnar­chen der Partnerin/​des Part­ners Uner­kann­te Schlaf­apnoe : man­che Insom­nie-Beschwer­den gehen eigent­lich auf nächt­li­che Atem­aus­set­zer zurück. Nicht sicher, ob eigent­lich eine Schlaf­apnoe dahin­ter­steckt ? Machen Sie den Schlaftest.


Welche Folgen kann unbehandelte
Insomnie haben ?

Anhal­ten­de Erschöp­fung und redu­zier­te Leis­tungs­fä­hig­keit Erhöh­tes Risi­ko für Depres­si­on und Angst­stö­run­gen Erhöh­tes Unfall­ri­si­ko durch Tages­mü­dig­keit Häu­fig unnö­tig lan­ger, ris­kan­ter Gebrauch von Schlaf­mit­teln mit Abhängigkeitspotenzial


Wie wird Insomnie diagnostiziert ?

Am Anfang steht eine aus­führ­li­che Schlaf­ana­mne­se, oft ergänzt durch ein 1 – 2‑wöchiges Schlaf­ta­ge­buch und stan­dar­di­sier­te Fra­ge­bö­gen (z. B. Insom­nia Seve­ri­ty Index). Wich­tig ist außer­dem der Aus­schluss ande­rer Ursa­chen für schlech­ten Schlaf – ins­be­son­de­re einer Schlaf­apnoe, da Sym­pto­me wie Erschöp­fung und nächt­li­ches Auf­wa­chen sich stark über­schnei­den können.



Wie wird Insomnie behandelt ?

Die aktua­li­sier­te S3-Leit­li­nie „Insom­nie bei Erwach­se­nen« (2025) emp­fiehlt die kogni­ti­ve Ver­hal­tens­the­ra­pie für Insom­nie (KVT‑I) als Erst­li­ni­en­the­ra­pie für alle Patient:innen – idea­ler­wei­se als Prä­senz­the­ra­pie. Sie kom­bi­niert typi­scher­wei­se :
Schlaf­re­strik­ti­on (Zeit im Bett vor­über­ge­hend ver­kür­zen, um den Schlaf­druck zu erhö­hen)
Sti­mu­lus­kon­trol­le (Bett nur zum Schla­fen nut­zen)
Kogni­ti­ve Tech­ni­ken gegen nächt­li­ches Grü­beln
Ent­span­nungs­ver­fah­ren Auf­klä­rung über Schlaf­hy­gie­ne.

In Stu­di­en über­trifft die Wir­kung von KVT‑I lang­fris­tig sogar die von Schlaf­me­di­ka­men­ten. Eine nied­rig­schwel­li­ge Opti­on sind zuge­las­se­ne digi­ta­le Gesund­heits­an­wen­dun­gen (DiGA) wie som­nio oder Hell­o­Bet­ter Schla­fen, die vom Arzt ver­ord­net und von den gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen über­nom­men wer­den. Medi­ka­men­te (z. B. Z‑Substanzen) sind laut Leit­li­nie nur nach­ran­gig sinn­voll, wenn KVT‑I nicht aus­reicht oder nicht durch­führ­bar ist – zeit­lich begrenzt auf max. 4 Wochen und nach der „5‑K-Regel«, beson­ders zurück­hal­tend bei älte­ren Patient:innen wegen des Abhängigkeitsrisikos.


Was können Sie selbst tun ? Schlafhygiene-Tipps

Fes­te Auf­steh- und Ein­schlaf­zei­ten, auch am Wochen­en­de Bild­schir­me, Kof­fe­in und Alko­hol am Abend mei­den Schlaf­zim­mer nur zum Schla­fen nut­zen, kühl und dun­kel hal­ten Kei­ne lan­gen Tag­schläf­chen Nicht absicht­lich lan­ge wach­lie­gen oder den Schlaf erzwin­gen wollen.


Wann sollten Sie einen Arzt oder Schlafmediziner aufsuchen ?

Schlaf­pro­ble­me bestehen seit über 3 Mona­ten, mind. 3× pro Woche Deut­li­che Beein­träch­ti­gung tags­über (Erschöp­fung, Kon­zen­tra­ti­on, Stim­mung) Bereits regel­mä­ßi­ge Ein­nah­me von Schlaf­mit­teln Beglei­ten­des lau­tes Schnar­chen oder beob­ach­te­te Atem­pau­sen (Hin­weis auf mög­li­che Schlafapnoe). 



Portrait von Dr. Hellmann, Experte für das Mobile Schlaflabor in München

← Zurück

Vielen Dank für Ihre Anfrage

Vie­len Dank für Ihre Nach­richt an das Mobi­le Schlaf­la­bor. Wir haben Ihre Anfra­ge erhal­ten und wer­den uns zeit­nah per­sön­lich bei Ihnen mel­den, um die nächs­ten Schrit­te zu besprechen.