Frau schläft entspannt im Bett mit einer modernen Schlafapnoe-Maske, daneben steht ein CPAP-Gerät auf dem Nachttisch

CPAP-Therapie :
Funktionsweise, Ablauf und Tipps für den Alltag


CPAP gilt seit Jahr­zehn­ten als Gold­stan­dard in der Behand­lung der obstruk­ti­ven Schlaf­apnoe – und schreckt vie­le zunächst ab : eine Mas­ke, ein Schlauch, ein Gerät neben dem Bett. Dabei berich­ten die meis­ten Anwender:innen nach einer kur­zen Ein­ge­wöh­nungs­pha­se von einem völ­lig neu­en Schlaf- und Ener­gie­ge­fühl. Hier erfah­ren Sie, wie CPAP funk­tio­niert, was Sie in den ers­ten Wochen erwar­tet und wie Sie typi­sche Start­schwie­rig­kei­ten meistern.

Was ist CPAP und wie funktioniert es ?

CPAP steht für „Con­ti­nuous Posi­ti­ve Air­way Pres­su­re« – kon­ti­nu­ier­li­cher posi­ti­ver Atem­wegs­druck. Ein klei­nes Gerät erzeugt über einen Schlauch und eine Mas­ke einen leich­ten, gleich­mä­ßi­gen Über­druck, der wie eine unsicht­ba­re Schie­nung wirkt : Die Atem­we­ge wer­den wäh­rend des gesam­ten Schlafs offen­ge­hal­ten, sodass kei­ne Atem­aus­set­zer mehr auf­tre­ten können.


Varianten im Überblick

CPAP : kon­stan­ter, gleich­blei­ben­der Druck wäh­rend der gan­zen Nacht

APAP : Druck passt sich auto­ma­tisch und fort­lau­fend an den aktu­el­len Bedarf an

BiPAP/​BiLevel : zwei unter­schied­li­che Druck­ni­veaus für Ein- und Aus­at­mung, z. B. bei Hypo­ven­ti­la­ti­on oder wenn ein hoher kon­stan­ter Druck schwer tole­riert wird


Welche Maskentypen gibt es ?

Nasen­mas­ke : klas­si­sche Form, deckt nur die Nase ab

Nasen­pols­ter­mas­ke : beson­ders leicht und wenig ein­engend, gut geeig­net bei Platz­angst-Gefühl

Mund-Nase-Mas­ke (Full-Face): umschließt Mund und Nase, ide­al für alle, die nachts durch den Mund atmen

Die pas­sen­de Mas­ke ist ent­schei­dend für den The­ra­pie­er­folg – bei Beschwer­den lohnt sich immer ein Wech­sel des Modells statt ein Abbruch der Therapie.



Wie läuft der Start der
CPAP-Therapie ab ?

Nach der Dia­gno­se und ärzt­li­chen Ver­ord­nung wird der indi­vi­du­ell pas­sen­de Druck ermit­telt – ent­we­der im Schlaf­la­bor oder auto­ma­tisch über eine APAP-Titra­ti­ons­pha­se zu Hau­se. Ein Home­ca­re-Anbie­ter weist in Gerät und Mas­ke ein. Die Ein­ge­wöh­nung dau­ert meist 2 – 4 Wochen. Hilf­reich in die­ser Pha­se :
Mas­ke tags­über pro­be­wei­se beim Lesen oder Fern­se­hen tra­gen, um sich an Gefühl und Luft­strom zu gewöh­nen. Die „Auto-Rampen«-Funktion nut­zen : Der Druck steigt beim Ein­schla­fen lang­sam an, statt sofort mit vol­ler Stär­ke zu star­ten. Wich­tig ist es auch die The­ra­pie mit Kon­trol­len durch den Arzt in bestimm­ten Abstän­den zu kontrollieren.


Wie wirksam ist CPAP ?

CPAP ist über alle Schwe­re­gra­de hin­weg die wirk­sams­te The­ra­pie­form zur Reduk­ti­on des AHI und der Tages­schläf­rig­keit. Ent­schei­dend ist die regel­mä­ßi­ge Nut­zung : Als the­ra­peu­tisch wirk­sam gilt inter­na­tio­nal meist ein Gebrauch von min­des­tens 4 Stun­den pro Nacht an min­des­tens 70 % der Näch­te. Moder­ne Gerä­te zeich­nen die Nut­zung auto­ma­tisch auf, sodass The­ra­pie­er­folg und ‑treue objek­tiv nach­voll­zo­gen wer­den können.


Welche Nebenwirkungen und Herausforderungen gibt es ?

Tro­cke­ne Nase oder Mund kön­nen durch beheiz­ba­ren Luft­be­feuch­ter am Gerät
die rich­ti­ge Mas­ken­grö­ße, täg­li­che Rei­ni­gung mit Was­ser und mil­dem Rei­ni­ger vor­ge­beugt wer­den.

• Lecka­gen an der Mas­ke : Die Mas­ke soll­te kor­rekt, nicht zu fest sit­zen

• Luft im Magen-Darm-Trakt (Aero­pha­gie) oder Nasen­blu­ten durch tro­cke­ne Schleim­häu­te

• Anfäng­li­ches Beklem­mungs­ge­fühl → schritt­wei­se Ein­ge­wöh­nung, Auto-Ram­pen-Funk­ti­on

Fast alle die­se Pro­ble­me las­sen sich mit klei­nen Anpas­sun­gen lösen – bei anhal­ten­den Beschwer­den soll­te immer Rück­spra­che mit dem Ver­sor­ger oder der behan­deln­den Pra­xis gehal­ten wer­den, statt die The­ra­pie eigen­mäch­tig abzubrechen.




Praktische Tipps für den Alltag mit CPAP

Mas­ke und Schlauch täg­lich rei­ni­gen Luft­be­feuch­ter nut­zen, um Aus­trock­nung vor­zu­beu­gen Geduld in den ers­ten Wochen – die meis­ten Start­schwie­rig­kei­ten ver­schwin­den von selbst Bei Pro­ble­men früh­zei­tig den Home­ca­re-Anbie­ter oder die Pra­xis kon­tak­tie­ren, statt die Nut­zung zu reduzieren


Portrait von Dr. Hellmann, Experte für das Mobile Schlaflabor in München

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